(Im)Perfect Kapitel Epilog
2008-07-16 09:24 pm(Im)Perfect
Autor:
rodo
Teil: E/3+E
Pairing: LM/SB
Rating: R/M/ab 16
Länge: 768 Wörter (dieser Teil; insgesamt ~14.000)
Warnungen: slash, underage, MWPP-Ära
Beta:
sevilemar
Inhalt: Ein kurzer Blick auf Lucius’ Leben nach der Schule und seiner Beziehung zu Sirius.
Disclaimer: Das Übliche eben. Leider gehört nichts mir und alles JKR
Epilog:
Es war ein sonniger Morgen, doch leider hatte Lucius nicht die Zeit, ihn zu genießen. In der Nacht war etwas Furchtbares passiert. Lord Voldemort war tot. Erledigt von einem gerade mal einjährigen Kind. Lächerlich. Sein Sohn Draco war auch nicht viel älter und konnte nichts weiter als sinnlos vor sich hinbrabbeln.
Lucius konnte nicht anders, es fiel ihm einfach schwer, sich für den Jungen zu erwärmen. Dabei wusste er ganz genau, dass es nichts mit Draco zu tun hatte. Es war ganz allein sein Problem. Er konnte nichts mit ihm anfangen und ebenso wenig konnte er etwas gegen dieses unglaublich penetrante Gefühl der Abneigung unternehmen, das ihn jedes Mal überkam wenn er mit ihm alleine war.
Narzissa und er hatten jedenfalls beschlossen (um genau zu sein hatte er beschlossen und Narzissa zugestimmt), dass sie ins Ministerium gehen und den Auroren sagen würden, dass sie unter dem Imperius-Fluch gestanden hatten. Sie waren sich beide einig darüber, dass das die beste Methode der Schadensminimierung war. Und genau dort waren sie an jenem Morgen auch. Sie standen in der Abteilung für magische Strafverfolgung, Narzissa mit Draco im Arm, und warteten darauf, dass einer der Auroren Zeit für sie haben würde. Es war erniedrigend, doch leider ließ es sich nicht vermeiden. Desinteressiert blickte Lucius sich um. Die vorbeihastenden Auroren waren natürlich skeptisch, aber sie würden sie davonkommen lassen. Das garantierten sein Geld und sein Einfluss.
Ein manisches Lachen im Gang erregte seine Aufmerksamkeit, und auch alle anderen wandten neugierig die Köpfe. Schließlich sahen sie, wie die Auroren jemanden vorbeiführten, und erschrocken stellte Lucius fest, dass es Sirius war. Er lachte als wäre er wahnsinnig, doch trotzdem gelang es ihm immer noch, Lucius mit seinem Anblick zu verzaubern. Dabei hatten sie sich schon seit Jahre nicht mehr gesehen. Und keiner der Blacks hatte je wieder ein Wort über ihn verloren, nachdem er von zuhause ausgerissen war. Doch warum hatten die Auroren Sirius festgenommen? Ein kurzer Blick zu Narzissa verriet ihm, dass sie ebenso ratlos war wie er.
Später erfuhr Lucius, dass Sirius die Potters verraten haben sollte. An Voldemort. Und dass er auf offener Straße einen Haufen Muggel umgebracht haben sollte. Sein Bild prangte auf der Titelseite des Tagespropheten und er wurde zum treuesten Anhänger des Dunklen Lords hochstilisiert. Lucius konnte es nicht glauben. War er denn der einzige, der Sirius wirklich kannte? Er wäre nie dazu fähig, seinen besten Freund zu verraten, und er würde eher sterben, als Voldemort auch nur den kleinen Finger zu reichen. Doch leider konnte Lucius nichts tun, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als mitzuerleben, wie man Sirius in Askaban verrotten ließ. Nicht einmal einen Prozess war er der Zauberergemeinschaft wert gewesen.
*
Doch Sirius verrottete nicht. Zwölf Jahre später brach er aus, etwas, das vor ihm noch niemandem gelungen war. Und wieder war sein Bild in allen Zeitungen, an Fenster geschlagen und im Ministerium ausgehängt. Die Zaubererwelt war starr vor Entsetzten. Insgeheim wünschte Lucius ihm, dass er es schaffte. Er hatte genug gelitten. Jeder, der das ausgezehrte Gesicht auf den Fahndungsplakaten sah, konnte das sehen, und wieder wunderte er sich, dass es niemandem außer ihm aufzufallen schien. Nicht einmal Narzissa zweifelte daran, dass ihr Cousin ein Massenmörder war.
Lucius sah ihn nur zwei Mal wieder. Einmal als Hund am Bahnsteig, als er Draco zum Zug brachte. Er wusste da schon, dass es das war, womit Sirius soviel Zeit Anfang seines fünften Schuljahres verbracht hatte. Die Ratte war sehr gesprächig, auch wenn Lucius ihr lieber aus dem Weg ging. Sirius war ein Animagus. Und wieder rang er Lucius damit etwas mehr Respekt ab.
Das zweite Mal war gleichzeitig das letzte. Er und einige Todesser hatten versucht, den kleinen Potter in eine Falle zu locken, doch der Versuch misslang kläglich und endete mit einem Kampf unten in der Mysteriumsabteilung des Ministeriums. Aus den Augenwinkeln heraus konnte Lucius sehen, wie Sirius sich in den Kampf stürzte, wie ein typischer Gryffindor eben. Er hatte sich einigermaßen erholt, wenn man ihn mit den Fahndungsplakaten verglich, doch war er längst nicht mehr so schön wie früher. Askaban hatte seinen Preis gefordert, hatte etwas genommen, was nie wieder zurückkehren konnte, genau wie bei seiner Cousine Bellatrix, mit der er sich gerade duellierte. Ein Fluch schoss aus ihrem Zauberstab hervor und katapultierte Sirius nach hinten. Und so musste Lucius mit ansehen, wie er durch einen Torbogen mitten im Raum in den Tod fiel.
Es brach sein Herz, und dieser irreale Schmerz, von dem er geglaubt hatte, ihn schon längst begraben zu haben, zerriss ihn so sehr, dass es ihm kaum etwas ausmachte, als die Auroren ihm seinen Zauberstab abnahmen und nach Askaban abführten.
Ende
18.08.2005-07.07.2008
Kapitel 1, Kapitel 2, Kapitel 3
Autor:
Teil: E/3+E
Pairing: LM/SB
Rating: R/M/ab 16
Länge: 768 Wörter (dieser Teil; insgesamt ~14.000)
Warnungen: slash, underage, MWPP-Ära
Beta:
Inhalt: Ein kurzer Blick auf Lucius’ Leben nach der Schule und seiner Beziehung zu Sirius.
Disclaimer: Das Übliche eben. Leider gehört nichts mir und alles JKR
Epilog:
Es war ein sonniger Morgen, doch leider hatte Lucius nicht die Zeit, ihn zu genießen. In der Nacht war etwas Furchtbares passiert. Lord Voldemort war tot. Erledigt von einem gerade mal einjährigen Kind. Lächerlich. Sein Sohn Draco war auch nicht viel älter und konnte nichts weiter als sinnlos vor sich hinbrabbeln.
Lucius konnte nicht anders, es fiel ihm einfach schwer, sich für den Jungen zu erwärmen. Dabei wusste er ganz genau, dass es nichts mit Draco zu tun hatte. Es war ganz allein sein Problem. Er konnte nichts mit ihm anfangen und ebenso wenig konnte er etwas gegen dieses unglaublich penetrante Gefühl der Abneigung unternehmen, das ihn jedes Mal überkam wenn er mit ihm alleine war.
Narzissa und er hatten jedenfalls beschlossen (um genau zu sein hatte er beschlossen und Narzissa zugestimmt), dass sie ins Ministerium gehen und den Auroren sagen würden, dass sie unter dem Imperius-Fluch gestanden hatten. Sie waren sich beide einig darüber, dass das die beste Methode der Schadensminimierung war. Und genau dort waren sie an jenem Morgen auch. Sie standen in der Abteilung für magische Strafverfolgung, Narzissa mit Draco im Arm, und warteten darauf, dass einer der Auroren Zeit für sie haben würde. Es war erniedrigend, doch leider ließ es sich nicht vermeiden. Desinteressiert blickte Lucius sich um. Die vorbeihastenden Auroren waren natürlich skeptisch, aber sie würden sie davonkommen lassen. Das garantierten sein Geld und sein Einfluss.
Ein manisches Lachen im Gang erregte seine Aufmerksamkeit, und auch alle anderen wandten neugierig die Köpfe. Schließlich sahen sie, wie die Auroren jemanden vorbeiführten, und erschrocken stellte Lucius fest, dass es Sirius war. Er lachte als wäre er wahnsinnig, doch trotzdem gelang es ihm immer noch, Lucius mit seinem Anblick zu verzaubern. Dabei hatten sie sich schon seit Jahre nicht mehr gesehen. Und keiner der Blacks hatte je wieder ein Wort über ihn verloren, nachdem er von zuhause ausgerissen war. Doch warum hatten die Auroren Sirius festgenommen? Ein kurzer Blick zu Narzissa verriet ihm, dass sie ebenso ratlos war wie er.
Später erfuhr Lucius, dass Sirius die Potters verraten haben sollte. An Voldemort. Und dass er auf offener Straße einen Haufen Muggel umgebracht haben sollte. Sein Bild prangte auf der Titelseite des Tagespropheten und er wurde zum treuesten Anhänger des Dunklen Lords hochstilisiert. Lucius konnte es nicht glauben. War er denn der einzige, der Sirius wirklich kannte? Er wäre nie dazu fähig, seinen besten Freund zu verraten, und er würde eher sterben, als Voldemort auch nur den kleinen Finger zu reichen. Doch leider konnte Lucius nichts tun, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als mitzuerleben, wie man Sirius in Askaban verrotten ließ. Nicht einmal einen Prozess war er der Zauberergemeinschaft wert gewesen.
Doch Sirius verrottete nicht. Zwölf Jahre später brach er aus, etwas, das vor ihm noch niemandem gelungen war. Und wieder war sein Bild in allen Zeitungen, an Fenster geschlagen und im Ministerium ausgehängt. Die Zaubererwelt war starr vor Entsetzten. Insgeheim wünschte Lucius ihm, dass er es schaffte. Er hatte genug gelitten. Jeder, der das ausgezehrte Gesicht auf den Fahndungsplakaten sah, konnte das sehen, und wieder wunderte er sich, dass es niemandem außer ihm aufzufallen schien. Nicht einmal Narzissa zweifelte daran, dass ihr Cousin ein Massenmörder war.
Lucius sah ihn nur zwei Mal wieder. Einmal als Hund am Bahnsteig, als er Draco zum Zug brachte. Er wusste da schon, dass es das war, womit Sirius soviel Zeit Anfang seines fünften Schuljahres verbracht hatte. Die Ratte war sehr gesprächig, auch wenn Lucius ihr lieber aus dem Weg ging. Sirius war ein Animagus. Und wieder rang er Lucius damit etwas mehr Respekt ab.
Das zweite Mal war gleichzeitig das letzte. Er und einige Todesser hatten versucht, den kleinen Potter in eine Falle zu locken, doch der Versuch misslang kläglich und endete mit einem Kampf unten in der Mysteriumsabteilung des Ministeriums. Aus den Augenwinkeln heraus konnte Lucius sehen, wie Sirius sich in den Kampf stürzte, wie ein typischer Gryffindor eben. Er hatte sich einigermaßen erholt, wenn man ihn mit den Fahndungsplakaten verglich, doch war er längst nicht mehr so schön wie früher. Askaban hatte seinen Preis gefordert, hatte etwas genommen, was nie wieder zurückkehren konnte, genau wie bei seiner Cousine Bellatrix, mit der er sich gerade duellierte. Ein Fluch schoss aus ihrem Zauberstab hervor und katapultierte Sirius nach hinten. Und so musste Lucius mit ansehen, wie er durch einen Torbogen mitten im Raum in den Tod fiel.
Es brach sein Herz, und dieser irreale Schmerz, von dem er geglaubt hatte, ihn schon längst begraben zu haben, zerriss ihn so sehr, dass es ihm kaum etwas ausmachte, als die Auroren ihm seinen Zauberstab abnahmen und nach Askaban abführten.
18.08.2005-07.07.2008
Kapitel 1, Kapitel 2, Kapitel 3
no subject
Date: 2008-11-12 08:31 pm (UTC)(Nicht, daß das nicht zu erwarten gewesen wäre.)
Diese Geschichte zu lesen war sehr interessant für mich, da sie zumindest im ersten Kapitel mit ein paar meiner Squicks kollidiert (alles Dinge, die nicht mit Qualität, nur mit Geschmack zu tun haben), was mich normalerweise davon abgehalten hätte weiterzulesen.
Mir haben aber auch gleichzeitig schon zu Anfang ein paar Dinge gut gefallen; ich finde, Du schreibst gut, und die innere Logik stimmt. Die erotischen Szenen mochte ich sehr, sehr. :)
Dann hast Du mich im Laufe der Kapitel von Deiner Charakterinterpretation überzeugt. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, Lucius so darzustellen, aber wenn man darüber nachdenkt, macht es Sinn. Er konnte zwar immer gut den starken Mann spielen, hatte jedoch Schwachpunkte, was seine Familie betraf, und Freundschaften spielten für ihn eine Rolle. Deine Geschichte ist eine glaubhafte Variante seiner 'Genesis' als dem Charakter, den wir kennen, vor allem deshalb, weil die Ambivalenz seiner Persönlichkeit erst so langsam wirklich ins Bewußtsein der Leserin kriecht, genauso, wie sie auch Sirius erst am Ende auffällt. Ich mochte auch sehr, wie Du die Daddy-issues eingebaut hast.
Vielleicht liegt es daran, daß Du die späteren Kapitel auch später geschrieben hast, aber die Geschichte gewinnt über ihre Länge wirklich sehr dazu, sie wird dichter und stimmiger (ich meine damit, sie integriert auch die früheren Teile in die Logik).
Da seh ich mal, daß ich mich vielleicht nicht immer von meinen exakt gesteckten Erwartungen im ersten Kapitel vertreiben lassen sollte.
(Das Ship funktioniert gut... ich sollte das vielleicht mal irgendwann schreiben. *unrealistisch rumträum*)
Ein Kommentar!
Date: 2008-11-12 08:53 pm (UTC)Ich glaube, ein paar Leser haben gehofft. Klang zumindest bei dem einen oder anderen Kommentar so, den ich bekommen habe.
Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, Lucius so darzustellen, aber wenn man darüber nachdenkt, macht es Sinn.
Höre ich nicht zum ersten Mal. Das kommt eben davon, wenn man ihn nicht als total missverstanden oder als Bösewicht darstellt, wie es die meisten anderen Leute im Fandom tun. Das liegt wohl aber auch daran, dass die meisten ihn als Nebencharakter behandeln, der dazu dient, den Plot voranzutreiben. Ich habe noch nicht besonders viele Geschichten mit ihm im Mittelpunkt gelesen, vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine etwas andere Position vertrete.
Vielleicht liegt es daran, daß Du die späteren Kapitel auch später geschrieben hast, aber die Geschichte gewinnt über ihre Länge wirklich sehr dazu
Vor allem habe ich an den späteren Kapiteln viel mehr überarbeitet und hinzugefügt. Außerdem wollte ich, wenn ich mich recht erinnere (das war 2005 ...), zu Anfang eine sehr einseitige Charakterisierung von Lucius bringen, weil er eben eine sehr einseitige Meinung von sich selber hat. Deswegen fallen auch Sachen weg, die andere Charaktere bestimmt viel mehr beachtet hätten (z.B. Sirius' Probleme mit seinem Vater). Was mich da wundert ist, dass ich zum ersten Kapitel wesentlich mehr Reaktionen bekommen habe als zum Rest.
Diese Geschichte zu lesen war sehr interessant für mich, da sie zumindest im ersten Kapitel mit ein paar meiner Squicks kollidiert
Würde mich mal interessieren, was das für Squicks sind.
(Das Ship funktioniert gut... ich sollte das vielleicht mal irgendwann schreiben. *unrealistisch rumträum*)
Man hat leider immer mehr Ideen als man Zeit hat. *seufz*